
COPYWRITERY · Erich Schattauer
Erster spezialisierter Werbetexter für Holzbau und nachhaltige Architektur
Über den Holzbau kursieren viele Zahlen. Die wenigsten davon haben eine Quelle.
Diese Seite sammelt, was sich tatsächlich belegen lässt. Jede Zahl steht mit Erhebungsjahr und Primärquelle da, also mit der Statistik selbst und nicht mit der Pressemeldung, die sie zitiert.
Wo es keine belastbaren Daten gibt, steht das auch.
Österreich: eine Branche aus kleinen Betrieben
Der Fachverband Holzbau zählte Ende 2025 2.560 Mitgliedschaften.
Das sind um 25,7 Prozent mehr als 2010.
Interessanter als die Summe ist ihre Verteilung:
Im österreichischen Holzbau gibt es 1.742 Betriebe. So verteilen sie sich:
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1.455 Betriebe haben weniger als 10 Beschäftigte. Das sind 83,5 Prozent.
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270 Betriebe haben 10 bis 49 Beschäftigte. Das sind 15,5 Prozent.
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15 Betriebe haben 50 bis 249 Beschäftigte. Das sind 0,9 Prozent.
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2 Betriebe haben 250 und mehr Beschäftigte. Das sind 0,1 Prozent.
Und jetzt dieselbe Branche aus Sicht der Beschäftigten:
Die 270 Betriebe mit 10 bis 49 Beschäftigten stellen 5.439 Arbeitsplätze, also 55,8 Prozent aller unselbständig Beschäftigten im österreichischen Holzbau.
Die 1.455 Kleinstbetriebe kommen zusammen auf 2.163 Beschäftigte, das sind 22,2 Prozent.
Anders gesagt: Ein Sechstel der Betriebe trägt mehr als die Hälfte der Beschäftigung. Der österreichische Holzbau wird nicht von Konzernen getragen und auch nicht von Einzelkämpfern, sondern von Betrieben mit 10 bis 49 Leuten.
Weitere Kennzahlen aus derselben Quelle:
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Durchschnittlich 7,1 Arbeitnehmer je Unternehmen
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34,1 Prozent der Betriebe sind Ein-Personen-Unternehmen
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Umsatzerlöse 2.459 Millionen Euro, Bruttowertschöpfung 944 Millionen Euro (2024)
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Nettoquote 40,7 Prozent, also der Anteil der Wertschöpfung am Produktionswert
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Durchschnittlicher Umsatz je Erwerbstätigen: 177.755 Euro
Quelle: WKO Abteilung für Statistik, Branchendaten Fachverband Holzbau (107), Ausgabe September 2026. Mitglieder und Beschäftigte Stand Dezember 2025, Wirtschaftsdaten 2024 aus der Leistungs- und Strukturstatistik der Statistik Austria.
Die Steiermark wächst am stärksten
392 Mitgliedschaften zählte der Fachverband Holzbau Ende 2025 in der Steiermark. Seit 2010 ist das ein Plus von 38,5 Prozent, der höchste Zuwachs aller Bundesländer. Zum Vergleich: Österreich insgesamt plus 25,7 Prozent, Oberösterreich plus 15,3 Prozent.
Quelle: WKO Mitgliederstatistik, Stand jeweils 31.12.
Nachwuchs
1.847 Lehrlinge waren Ende 2025 im Holzbau in Ausbildung. Gegenüber 2010 ein Plus von 5,2 Prozent, gegenüber dem Höchststand von 1.968 im Jahr 2023 allerdings ein Rückgang.
Die Entwicklung läuft regional weit auseinander. Tirol hat seit 2010 um 30,5 Prozent zugelegt, Vorarlberg um 26,1 Prozent. Kärnten hat 31 Prozent verloren.
Quelle: WKO Lehrlingsstatistik, Stand jeweils 31.12.
Die Lücke: Österreich hat keine Holzbauquote
Wie hoch der Holzbauanteil am österreichischen Bauvolumen ist, lässt sich nicht seriös beantworten.
Die Statistik Austria erhebt Baubewilligungen jährlich, gliedert sie aber nach Gebäudeart und Bundesland, nicht nach Baustoff oder Bauweise. In der Veröffentlichung vom 24. April 2026 kommt Holz nicht vor.
Die einzige wissenschaftliche Erhebung zum Thema stammt von Alfred Teischinger an der BOKU Wien, erschienen im Oktober 2008 als Band 19 der Reihe LIGNOVISIONEN. Sie erfasst Niederösterreich für die Jahre 1997, 2001 und 2007 und kommt dort auf rund 40 Prozent bei genehmigungspflichtigen Hochbauprojekten. Die Autoren halten selbst fest, dass in Publikationen Holzbauquoten zwischen 5 und 30 Prozent für Österreich genannt werden.
Wenn dir also jemand eine österreichische Holzbauquote nennt, frag nach dem Erhebungsjahr und nach der Methode. Beides gibt es nicht.
Was die Statistik Austria sehr wohl liefert, ist das Bauvolumen insgesamt: 2025 wurden 47.636 Wohnungen bewilligt, ein Minus von 3,7 Prozent. Davon entfielen 31.979 auf neue Gebäude, ein Minus von 7,1 Prozent und der niedrigste Wert seit 2010.
Quellen: Statistik Austria, Baubewilligungen 2025, veröffentlicht am 24.04.2026. BOKU Wien, LIGNOVISIONEN Band 19, Oktober 2008.
Deutschland misst, und zwar seit Jahren
In Deutschland gibt es die Zahl, die in Österreich fehlt.
24,4 Prozent aller 2025 genehmigten Wohngebäude entfielen auf den Holzbau, nach 24,1 Prozent im Jahr davor. Im Nichtwohnbau waren es 24,9 Prozent, hier ging der Anteil von 25,4 Prozent leicht zurück.
Die Struktur der Branche ähnelt der österreichischen stark:
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12.033 Betriebe
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74.957 tätige Personen
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im Schnitt 6,2 Personen je Betrieb
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Umsatz 2024: 9.953 Millionen Euro, 2025: 10.242 Millionen Euro
Quelle: Holzbau Deutschland, Lagebericht 2026, veröffentlicht am 06.07.2026, auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamts und der Heinze GmbH.
Die Schweiz zeigt, wo Holz steht und wo nicht
Die Schweiz schlüsselt den Holzanteil nach Gebäudekategorie auf. Dadurch wird sichtbar, was ein einzelner Prozentwert verdeckt. Alle Werte beziehen sich auf Tragkonstruktionen im Neubau 2025:
Anteil Holz an den Tragkonstruktionen im Neubau 2025:
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Land- und Forstwirtschaft: 41,8 Prozent
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Unterricht, Bildung, Forschung: 34,5 Prozent
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Einfamilienhäuser: 19,9 Prozent
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Mehrfamilienhäuser: 9,1 Prozent
Der Abstand zwischen Einfamilien- und Mehrfamilienhaus ist der eigentliche Befund.
Im Geschoßwohnbau, also dort, wo das Volumen liegt, ist Holz weiterhin die Ausnahme.
Quelle: Holzbau Schweiz, Jahresbericht 2025/2026, Marktzahlen. Datenbasis ist die Gebäudedatenbank der Berner Fachhochschule, Abteilung Architektur, Holz und Bau.
Stand und Quellen
Alle Zahlen auf dieser Seite stammen aus den folgenden Primärquellen.
Angegeben ist jeweils der Jahrgang, auf den sich die Werte beziehen.
WKO Statistik, Branchendaten Fachverband Holzbau (107)
Jahrgang 2025 beziehungsweise 2024, erscheint jährlich im September.
Statistik Austria, Baubewilligungen
Jahrgang 2025, erscheint jährlich im April.
Holzbau Deutschland, Lagebericht
Jahrgang 2025, erscheint jährlich im Juli.
Holzbau Schweiz, Jahresbericht Marktzahlen
Jahrgang 2025, erscheint jährlich im August.
BOKU Wien, LIGNOVISIONEN Band 21
Teischinger, Stingl, Stanek: Holzbauanteil in Niederösterreich. Institut für Holzforschung, Universität für Bodenkultur Wien, Reihe LIGNOVISIONEN, Oktober 2008.
Erhebungsjahre 1997, 2001 und 2007, nicht fortgeführt.
Letzter Abgleich dieser Seite: 3. Oktober 2026.
Fehlt dir eine Zahl oder stimmt etwas nicht? Schreib mir, ich prüfe es und nehme es auf.
Warum diese Seite hier steht
Ich schreibe Texte für Holzbaubetriebe.
Dafür muss ich die Branche verstehen und nicht nur ihre Sprache sprechen.
Die Zahlen oben sind der Grund, warum meine Texte so klingen, wie sie klingen:
Mehr als die Hälfte der Beschäftigung in Österreich steckt in Betrieben mit 10 bis 49 Leuten.
Das sind Betriebe, in denen die Inhaberin oder der Inhaber die Angebote selbst schreibt, zwischen Baustelle und Büro. Für die schreibe ich.